Für 500 g Honig müssen die Bienen 1,5 – 2,5 Millionen Blüten anfliegen. Eine Biene müsste hierzu drei bis viermal um die Erde fliegen. Aus 1 Liter Nektar gewinnen die Bienen 300 Gramm Honig.
Kurzinfo
Detaillierte Information zum Thema
Die Flugbienen sammeln Nektar und Honigtau an Blüten und Pflanzen. Der Zuckergehalt des Sammelgutes Nektar und Honigtau liegt je nach Pflanze und Tageszeit im Bereich von nur 15 bis über 60%.
Nach der Heimkehr von ihrem Sammelausflug übergeben die Sammlerinnen den Nektar oder Honigtau aus ihrer Honigblase den Stockbienen. Der abgegebene Nektar wird nun zügig von Biene zu Biene weitergegeben, wobei der Rohstoff (Nektar/Honigtau) mit Enzymen, insbesondere Invertase, Diastase und Glukoseoxydase aus den Futtersaft- und Speicheldrüsen der Bienen angereichert wird.
Die Stockbienen trocknen Tröpfchen für Tröpfchen des Sammelgutes durch wiederholtes hervorpumpen aus ihrer Honigblase und kurzem belüften auf der ausgerollten Zunge an der warmen Stockluft. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis das Sammelgut soweit eingedickt ist, um es in eine Wabenzelle einzulagern. Der halbreife Honig wird in kleinen Tröpfchen an den Zellwänden der Wabenzellen eingelagert. Nun beginnt der zweite Abschnitt der Honigreifung, die passive Verdunstung durch ständiges Belüften des Bienenstocks. Der weitere Verlauf der Honigreifung hängt nun von mehreren Faktoren ab:
- Wassergehalt des halbreif eingelagerten Honig
- Volksstärke, Raumgröße
- wie gut belüften die Bienen ihren Stock
- Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit im Bienenstock
- Kühles, feuchtes Wetter erschweren den Trocknungsprozess
- Trachtverlauf, wird viel „Nektar / Honigtau“ eingetragen, wenig oder gar keiner z.B. durch schlechtes Wetter oder eine Trachtlücke
Wenn die Bedingungen passen, ist der Honig in wenigen Tagen reif, der Wassergehalt hat weniger als ca. 18 % und die Bienen füllen die Zellen weiter auf. Dieser Prozess wiederholt sich bis die Zellen voll sind. Die vollen Zellen verschließen die Bienen mit luft- und wasserundurchlässigen Wachsdeckeln. So konservieren die Bienen den Honig in den Waben. In den verschlossenen Zellen ist der Honig sehr lange Zeit, über Jahre hinweg, haltbar.
Durch die von den Bienen hinzugemischten Enzyme findet während der Reifezeit ein chemischer Prozess im Honig statt. Wodurch sich das Zuckerbild des Rohstoffes „Nektar / Honigtau“ wesentlich verändert. Der vorhandene Rohrzucker wird zu Invertzucker, ein Gemisch aus Trauben- und Fruchtzucker, umgewandelt. Gleichzeitig werden andere Zucker wie Malzzucker und höhermolekulare Zuckerarten aufgebaut. Deshalb entspricht das Zuckerbild des gereiften Honigs nicht mehr dem des Rohstoffes „Nektar / Honigtau“.
Für die Reife und Haltbarkeit des Honigs ist der Wassergehalt das wichtigste Qualitätskriterium. Je geringer der Wassergehalt des Honigs, desto länger ist seine Haltbarkeit, auch im gut verschlossenen Honigglas.
1.) Verdeckelte Honigwaben aus dem Bienenstock entnehmen
Reifer Honig wird von den Bienen mit einer Wachsschicht konserviert, verdeckelt.
Wenn Honigwaben ganz oder mindestens zu zwei Drittel verdeckelt sind, können diese geerntet werden. Bei der Entnahme der reifen Honigwaben kehrt der Imker*in die auf der Wabe befindlichen Bienen ab und verstaut die Honigwabe in einer bereitstehenden Zarge mit Boden und Deckel.
Bei Waben mit noch nicht verdeckelten Honigzellen macht der Imker*in eine Spritzprobe zur Reifebestimmung. Die Wabe wird hierbei mit einem kurzen Ruck von oben nach unten gestoßen. Spritzt oder tropft Honig aus der Honigwabe, ist der Honig noch nicht reif und diese Wabe bleibt zur weiteren Eindickung des Honigs im Bienenvolk.
Wie wird der Wassergehalt des Honigs gemessen?
Mit Hilfe eines Refraktometers kann der Wassergehalt des Honigs auch am Bienenstand exakt bestimmt werden. Hierzu wird ein Tropfen flüssiger Honig auf das Messprisma aufgetragen und der Wassergehalt an der Trennlinie des Hell-Dunkelfeldes der Messskala abgelesen.
2.) Die Honigwaben entdeckeln
Die Wachsdeckel werden vor dem Schleudern entfernt.
Um den Honig aus den Waben schleudern zu können, müssen die Wachsdeckel der konservierten Honigzellen entfernt werden. Hierfür kommen je nach Imkereigröße unterschiedliche Verfahren zur Anwendung.
In der Freizeit- und Hobbyimkerei wird dieser Arbeitsschritt meist manuell mit einer Entdeckelungsgabel durchgeführt.
Das anfallende, wertvolle Deckelwachs wird gesammelt und weiterverarbeitet. Es findet unterschiedliche Verwendung z.B. in der Imkerei zur Herstellung von Mittelwänden, in der kosmetischen, Pharma- und Lebensmittelindustrie sowie auch in der Apitherapie.
3.) Honigwaben schleudern
Mit einer Schleuder wird der Honig aus den Waben geschleudert, danach gesiebt und in Eimern gelagert.
Mit der Honigschleuder wird der flüssige Honig durch Zentrifugalkraft aus den entdeckelten Wabenzellen geschleudert und fließt an der Innenwand der Schleuder herunter.
Der Honig fließt aus der Schleuder durch ein Doppelsieb (Grob- und Feinsieb) in einen Honigeimer. Das Doppelsieb reinigt den Honig von groben Verunreinigungen, wie zum Beispiel Wachspartikel.
4.) Der Honig wird geklärt
Nach einigen Tagen setzen sich Wachspartikel an der Oberfläche ab, diese werden abgetragen.
Nach dem Schleudern wird der Honig bei Raumtemperatur geklärt. Kleinere Wachspartikel und Luftblasen steigen an die Oberfläche auf und werden nach einigen Tagen mit einem Teigschaber zusammengeschoben und abgetragen. Die Imker nennen diesen Vorgang auch „abschäumen“.
5.) Honig rühren
Naturbelassener Honig kristallisiert nach einer gewissen Zeit. Durch Rühren wird er feinkristallin und cremig.
Frisch geschleuderter Honig ist zähfließend und enthält normalerweise noch keine Kristalle. Je nach Honigsorte, beginnt die Kristallisation früher oder später.
Blütenhonige zum Beispiel haben einen höheren Traubenzuckeranteil und kristallisieren deshalb schneller aus als z.B. Wald- oder Akazienhonig.
Um einen streichfähigen Honig zu erzielen, wird die Kristallisation durch mehrmaliges, kurzes „Rühren“ unterbrochen. Wird der Honig nicht gerührt, kann er hart auskristallisieren und ist nicht streichfähig.
Der Honig wird bis zum Abfüllen in speziellen Honigeimern bei einer Temperstur von
ca. 12 – 14°C gelagert.
6.) Honig „auftauen“
Honig hat während der Lagerung meist eine feste Konsistenz und ist nicht flüssig. Um den Honig in Gläser abfüllen zu können, wird er durch „auftauen“ in einen fließfähigen Zustand gebracht.
„Auftauen“ bedeutet, der Honig wird schonend bis max. 40° C z.B. in einem Wärmeschrank temperiert, wodurch er fließfähig wird
7.) Honig abfüllen
Beim Abfüllen wird der Honig in ein Glas eingewogen, verschlossen und etikettiert.
Nachdem der Honig aufgetaut wurde, wird er in Honiggläser abgefüllt. Beim Abfüllen steht das Glas auf einer geeichten Waage, um die richtige Füllmenge einzuwiegen.