6. Der Wabenbau

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Das Bienenwachs, welches die Bienen für den Wabenbau benötigen, wird von ihnen selbst produziert.

Der Wabenbau in einem Bienenvolk ist ein kleines Wunder und für das Bienenvolk von großer Bedeutung. Die Bienenwaben werden von den Bienen selbst hergestellt und dienen dem Bienenvolk als Futterlager für Honig und Pollen, Brutstätte und Informationsweitergabe.

Das Bienenwachs, welches die Bienen für den Wabenbau, für Reparaturarbeiten und zum Verdeckeln der Zellen benötigen, wird von den Bienen selbst ab dem 12. bis zum 18. Lebenstag produziert und hergestellt. Ab diesem Zeitpunkt sind die Wachsdrüsen der Honigbienen voll funktionsfähig. Das Wachs wird in den körpereigenen Wachsdrüsen im Hinterleib der Biene produziert und als weiße Wachsplättchen auf dem Wachsspiegel der Bienen „herausgeschwitzt“.

Die entstandenen weißen Wachsplättchen werden nun von den Bienen weiterverarbeitet. Hierzu werden die winzigen Wachsplättchen mit Hilfe der Hinterbeine zum Mundwerkzeug der Bienen weitergereicht, dort mit einem Drüsensekret angereichert und anschließend durchgeknetet. Durch die Weiterverarbeitung und Anreicherung mit dem Düsensekret, wird das Bienenwachs geschmeidig und kann als Baumaterial verwendet. Das im Blütenpollen enthaltene Pollenöl, verfärbt das Bienenwachs nach einer gewissen Zeit. So kommt das Bienenwachs zu seiner typischen gelblichen Farbe.

Die Bienen bauen von Beginn an viele zylinderförmige Zellen nebeneinander. Durch Wärmezuführung der Bienen verbinden sich nach einer gewissen Zeit die einzelnen Zellwände miteinander und es entsteht die sechseckige Zellenform der Wabe. Mit dieser Form wird die vorhandene Fläche optimal ausgenutzt und kein unnötiger Platz verschwendet. Die einzelnen Zellen werden auf der Vorder- und Rückseite der Bienenwabe gebaut. Jedoch werden auf einer Seite die Zellen um den halben Zellendurchmesser versetzt gebaut, somit bekommt die Honigwabe eine besondere Stabilität und kann großen Belastungen standhalten.

Auf einer Bienenwabe gibt es zwei unterschiedliche Zellgrößen. Die Zellgröße auf der Wabe ist ausschlaggebend für das Geschlecht der Biene. Arbeiterinnenzellen haben eine Zellgröße von ungefähr 5,4 mm Durchmesser, die Drohnenzellen haben eine Zellgröße von zirka 6,9 mm.

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Wabe mit Honigkranz, Pollen und Brut

Die Bienen haben zum einen die Möglichkeit ihre Zellen natürlich zu bauen, ohne jegliche Hilfe, zum anderen bekommt das Bienenvolk eine „Bauhilfe“ in Form einer geprägten Mittelwand. Auf dieser Mittelwand ist die Zellformgröße eingeprägt und die Bienen haben somit eine Bauvorlage.

Bei jedem Schlüpfdurchgang bleibt das Nymphenhäutchen der Biene in der Zellform hängen. Dadurch verfärbt sich die Bienenwabe dunkel und die Zellengröße wird immer kleiner. Da die Wabengröße eine entscheidende Rolle für die Fortpflanzung der Bienen spielt, werden alte verfärbte Waben ausgetauscht und eingeschmolzen.

Um eine regelmäßige Kontrolle zu ermöglichen, lässt man die Bienen ihre Waben in Holzrähmchen bauen. Somit kann man das Bienenvolk regelmäßig kontrollieren ohne die Waben zu zerstören.